Gemmotherapie
knospen stecken voller Heilkraft
Eine Knospe ist kein Anfang.
Sie ist ein Versprechen.
Noch ist alles geschlossen, unscheinbar, beinahe übersehbar – und doch trägt sie bereits den ganzen Baum in sich. Blatt, Blüte, Form und Kraft sind schon angelegt, konzentriert in einem kleinen, prallen Punkt am Zweig.
Die Gemmotherapie arbeitet mit diesem Moment maximaler Möglichkeit.
Was dich erwartet
An diesem Seminarhalbtag nähern wir uns den Knospen mit wachem Blick und ruhiger Neugier. Wir lernen, was sie biologisch so besonders macht – warum ihr meristematisches Gewebe eine eigene Qualität besitzt und weshalb der Zeitpunkt der Ernte entscheidend ist.
Dann gehen wir hinaus.
Wir betrachten Zweige, vergleichen Entwicklungsstadien, spüren den Unterschied zwischen geschlossen und bereits im Entfalten begriffen. Wir sammeln achtsam ausgewählte Knospen und begegnen der Pflanze in ihrem Übergang vom Winter in den Frühling.
Zurück im Raum setzen wir gemeinsam Knospenmazerate an. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer nimmt seine eigenen Präparate mit nach Hause – kleine Gläser voller konzentrierter Frühlingskraft.
Dieser Halbtag verbindet Wissen, Wahrnehmung und Handwerk.
Die medizinische Besonderheit der Gemmotherapie
Knospen enthalten meristematisches Gewebe – junges, teilungsfähiges Pflanzengewebe, das noch nicht spezialisiert ist. In dieser Phase sind Wachstumsfaktoren, Enzyme, sekundäre Pflanzenstoffe und Regulationsimpulse in besonders konzentrierter Form vorhanden.
Gemmotherapeutika werden traditionell als regulierend und harmonisierend eingesetzt – insbesondere bei funktionellen Beschwerden, in Übergangsphasen und zur Unterstützung körpereigener Regulationsprozesse.
Ein Beispiel: Ribes nigrum – die Schwarze Johannisbeere
Die Knospen von Ribes nigrum zählen zu den zentralen Mitteln der Gemmotherapie. Sie werden traditionell bei allergischen und entzündlichen Beschwerden eingesetzt und gelten als unterstützend für die Stressregulation.
Oft wird Ribes nigrum als „pflanzliches Cortison“ bezeichnet – nicht weil es Cortison enthält, sondern weil es regulierend auf entzündliche Prozesse wirken kann.
Details
Wann: Samstag, den 11. April 2026
9:30 - 13:00
Wo: Cordast
Preis: 95 CHF
inkl. Unterlagen und Material
Kursleiterin: Dr. Andrea Küthe Albrecht, Biologin, Heilpflanzenexpertin